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Educational Concept

Die"English Online Lesson" stellt sich einem Problem, mit dem jedes transnationale Projekt im Bereich der Benachteiligtenförderung konfrontiert ist: Die mangelnde Fähigkeit vieler Jugendlicher, sich in einer anderen Sprache als ihrer Muttersprache verständigen zu können. Dabei gilt es hier auch zu berücksichtigen, daß die Zielgruppe der benachteiligten Jugendlichen durch ihre - in der Regel als gescheitert erfahrene - Schulkarriere eine negative Einstellung zum Lernen mitbringen. Lernen wird hier - so wie es staatliche Schulsysteme leider immer noch vermitteln - aufgefaßt als Pflichterfüllung und nicht etwa als lebendige und kulturelle Bereicherung. So ergeben sich drei zentrale Ziele, die wir mit der "English Online Lesson" verbinden:

  1. Vermittlung von Grundfertigkeiten im Umgang mit der englischen Sprache
  2. Aufbrechen von gesellschaftlich produzierten Lernbarrieren
  3. Entwicklung von effektiven Lernformen für den transnationalen Verbund
Die transnationalen Partner erarbeiten - ausgehend von der jeweiligen Muttersprache - einengemeinsam abgestimmten Grundwortschatz, sowie entsprechende idiomatische Redewendungen. In kleinen Gruppen wird dieses Material mündlich und schriftlich durchgearbeitet. Einmal pro Woche gibt es dann ein Online-Treffen mit den europäischen Partnern, während dem die Jugendlichen ihrerworbenes Wissen unmittelbar anwenden können. Damit eine solche Anwendung nicht einfach nur trockener Spracherwerb bleibt, ist diese dann mit einem jugendnahen Projekt verknüpft, an dem die europäischen Partner gemeinsam ihre kulturellen Identitäten erleben und austauschen können (Radio Salite, World Tune, Zeitungsprojekte, Umweltprojekte o.ä).

Die technische Realisierung der Online-Sitzung setzt voraus, das jeder europäische Partner im Unterrichtsraum über einen Computer verfügt, der über ein Modem an das Internet angeschlossen ist. Die Kommunikation online erfolgt dann in Form eines "Chats" über einen sogenannten IRC-Server, der komfortable und übersichtliche Möglichkeiten bietet, per Tastatur in einer transnationalen Konferenz-Situation zu kommunizieren. Außerdem können über diesen Server unmittelbarkleine Bild- oder Klang-Dateien an jeden zugeschalteten Partner übertragen werden. Ergebnisse der "Chats" werden auf - für alle transnationalen Partner einsehbaren - interaktiven Tafeln im World Wide Web festgehalten.

Die Online-Sitzungen finden dann keineswegs nur vor dem Monitor statt. Haupt-Aktionsform ist die lokale Gruppenarbeit. Das heißt der Lehrer sitzt mit einer Gruppe von 6 Jugendlichen an einem Tisch und unterstützt die einzelnen Jugendlichen dabei, Ihr jeweils gewähltes Thema sprachlich und inhaltlich zu bearbeiten und sie auf ihre jeweilige transnationale Teamarbeit vorzubereiten. Parallel dazu befindet sich jeweils ein Schüler 15 Minuten langim Online-Chat mit seinem transnationalen Team. Dort werden die Vorschläge der Partner in den anderen Ländern zur Kenntnis genommen, eigene vorbereitete Vorschläge eingebracht und über neue Ideen zum Thema online diskutiert. Vor dem Beginn der inhaltlichen Arbeit haben alle Auszubildenden die Möglichkeit, sich an einer offenen Chat-Situation zu beteiligen, um dem Bedürfnis, bestimmte Partner etwas genauer kennenzulernen nachzukommen. Dazu wird der Computer -Bildschirm auf eine Leinwand projeziert, so daß jeder den Chat mitverfolgen kann.





Gesellschaft für Informationstechnologie und Pädagogik, IMBSE 1997